Pressemitteilung, Graz 17.12.2004
Das Grazer Frauengesundheitszentrum stellt in seiner neuen Programmzeitschrift die Forschungsstudie be gender vor.
Seit Mai 2005 führt das Frauengesundheitszentrum die vom Bundessozialamt Steiermark in Auftrag gegebene Studie be gender durch. Ziel der Studie ist es, die berufliche Situation behinderter Frauen und Männer in der Steiermark zu beleuchten. Themen sind neben Chancen und Schwierigkeiten am Arbeitsmark auch berufliche wie private Erfahrungen und Wünsche. In Interviews wurden Frauen und Männer mit körperlichen Behinderungen, Lernschwierigkeiten, psychischen Problemen und Sinnesbeeinträchtigungen befragt.
Durchgeführt wird die qualitative Studie von vier Mitarbeiterinnen des Frauengesundheitszentrums. Um die Situation der betroffenen Frauen umfassend zu beleuchten, wurden auch das Arbeitsumfeld, Vorgesetzte und Kolleginnen einbezogen. Zusätzlich wurden Gespräche mit Leiterinnen und Leitern von Behindertenorganisationen geführt. So entstand ein differenziertes Bild der Situation behinderter Frauen und Männer in der Steiermark.
Die Studie soll Basis dafür sein, den Arbeitsmarkt sowie das Betreuungsangebot für behinderte Frauen und Männer besser als bisher auf deren spezielle Bedürfnisse abzustimmen. Wobei die Bedürfnisse nicht nur durch die Behinderungen, den Wohnort und die Lebensform bestimmt werden, sondern wesentlich auch durch das Geschlecht. "Be gender untersucht, wie sich Frauen und Männer mit Behinderungen selbst wahrnehmen, was in ihrem Leben wichtig ist und welchen Stellenwert Arbeit für sie hat. Wir wollten wissen ob, beziehungsweise welche Unterschiede für Frauen und Männern bestehen", führt Projektkoordinatorin Sandra Jakomini aus.
Die Ergebnisse der Studie werden am 17. Februar 2005 bei der Abschlussveranstaltung im Grazer Kristallwerk präsentiert. Als Beitrag zur integrativen Gesundheitsförderung wird be gender 2005 auf Wunsch des Bundessozialamtes in der Region Leibnitz-Bad Radkersburg als Modellprojekt fortgesetzt. In dieser Umsetzungsphase werden neue Angebote für Frauen mit Behinderung entwickelt.
be gender wird von der Landesstelle Steiermark des Bundessozialamtes aus Mitteln der von Sozialminister Mag. Herbert Haupt ins Leben gerufenen Beschäftigungsoffensive der österreichischen Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen und des Europäischen Sozialfonds gefördert.
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