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Wunschkinder – welches Kind darf´s sein?

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Eine Veranstaltungsreihe des Frauengesundheitszentrums mit dem Grazer Gesundheitsforum zu Pränataler Diagnostik

Pressemitteilung, Graz, 04. Oktober 2005

Unter dem Titel „Kind mit Down Syndrom – l(i)ebenswert“ sprechen am 12. Oktober 2005 um 18.30 Uhr im Trauungssaal des Grazer Rathauses Mag.a Bernadette Wieser vom Institut „Leben-Lachen-Lernen“, Leoben, und Dr. Dietmar Schlembach, LKH Graz, über ihre Erfahrungen. Dies ist die erste einer Reihe von Veranstaltungen, mit der die Öffentlichkeit auf Widersprüche rund um vorgeburtliche Untersuchungen aufmerksam gemacht werden soll.

Pränataldiagnostik (PND) ist seit drei Jahren ein Schwerpunkt im Frauengesundheitszentrum. Schwangere Frauen finden individuelle Information und Beratung in einer kostenlosen Sprechstunde jeden Dienstag von 10.00 bis 12.00 Uhr oder an den Infoabenden „Selbst-sicher in die Schwangerschaft“ (nächster Termin: 18.10.05, 19.00 Uhr). Um die Vernetzung der Berufs- und Interessensgruppen geht es in einem Arbeitskreis.

Als Pränataldiagnostik bezeichnet man jene Untersuchungen, die eine Frau während der Schwangerschaft an sich durchführen lässt, um Normabweichungen am Fötus feststellen zu können. Die medizinisch-technische Entwicklung der PND betrifft nicht nur Schwangere, sondern verändert außerdem das Berufsbild von ÄrztInnen, Hebammen und BeraterInnen grundlegend. Es beeinflusst aber auch das Leben derjenigen, die selbst von einer Behinderung betroffen sind. Beraterin und Organisatorin Brigitte Steingruber vom Frauengesundheitszentrum stellt fest: „Wir wünschen uns einen neuen, bewussteren Umgang mit pränataler Diagnostik und bessere Information der Frauen.“

Der Interdisziplinäre Arbeitskreis zur Pränataldiagnostik arbeitet seit 2004 im Rahmen des Grazer Gesundheitsforums im Rathaus. Ziele sind Informationsaustausch, stärkere Vernetzung in der Schwangerenbegleitung, Weiterbildung und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.

Aus den Protokollen:

  • Schwangere Frauen stehen zunehmend unter einem gesellschaftlichen Druck, ein möglichst perfektes –zumindest ja kein behindertes – Kind in die Welt zu setzen. Das Angebot der PND verspricht scheinbar Sicherheit.
  • Der Alltag des/r Pränataldiagnostikers/in ist durch hohen Druck von außen und der Angst, etwas übersehen zu haben, geprägt. Gerade kleine Fehlbildungen sind am Ultraschall schwer diagnostizierbar. Die Klagbereitschaft nimmt generell zu und das Vertrauen in den Arzt/die Ärztin ab.
  • Die Funktion der Hebamme als Expertin für die Beziehung zwischen Mutter und Ungeborenem tritt in den Hintergrund. Besonders Hebammen in Kliniken sind immer mehr damit beschäftigt, bei Unklarheiten nach Untersuchungen Auskunft zu geben.
  • Besonders kritisch wird die gesellschaftliche Tendenz gesehen, Behinderung als Übel und Schaden zu betrachten. Behinderte Frauen, Männer und Kinder werden stigmatisiert. Sie werden als Personen gesehen, denen zwar Mitgefühl, Mitleid und Spenden zukommen sollten, allerdings keine Rechte.

Eine weitere Veranstaltung der Reihe „Wunschkinder“ findet im November statt: „Selektion im Spiegel der Zeit“ - Zur Praxis der erbbiologischen Beratung im Nationalsozialismus, Referentin: Dr. Gabriele Czarnowski 29. November 2005, 18.30 Uhr, Trauungssaal des Rathauses

Information im Frauengesundheitszentrum am Joanneumring 3, Tel: 0316/83 79 98, E-Mail: frauen.gesundheit@fgz.co.at| , Website: http://www.fgz.co.at/ |

Medienkontakt:
Für weitere Information steht Ihnen Mag.a Felice Gallé unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mail: felice.galle@fgz.co.at| gerne zur Verfügung. Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter http://www.mediendienst.com/| heruntergeladen werden.
Für inhaltliche Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Dr.in Brigitte Steingruber unter 0316/83 79 98-27 oder E-Mail: brigitte.steingruber@fgz.co.at. |

 

 

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