Graz, Montag, 4. März 2008
|Mit der Fortbildung Wissen macht stark und gesund – Wissenschaftliches Kompetenztraining stärkt das Grazer Frauengesundheitszentrum alle, die PatientInnen und VerbraucherInnen in Gesundheitsfragen beraten und unterstützen. Bei einem ersten Termin im vergangenen Oktober war die Nachfrage groß, die Plätze waren rar. Jetzt gibt es eine Fortsetzung.
|Wissen macht stark und gesund
Das Wissenschaftliche Kompetenztraining ist Teil eines Schwerpunktes rund um PatientInnenrechte und PatientInnenbeteiligung. In den kommenden drei Jahren bietet das Frauengesundheitszentrum elf weitere Fortbildungen an. BeraterInnen und VertreterInnen von PatientInnen und Selbsthilfegruppen, VerbraucherInnen sowie MultiplikatorInnen werden dabei mit dem nötigen Rüstzeug für den Weg durch den (Gesundheits-)Informationsdschungel ausgestattet.
Das Kompetenztraining wird vom Sozial- und Konsumentenschutzministerium gefördert, das damit einen weiteren Schwerpunkt im Bereich der VerbraucherInnenbildung setzt, in diesem Fall, um das Verhältnis ÄrztInnen-PatientInnen fairer zu gestalten. Ziel ist, gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern langfristig PatientInnen- bzw. MultiplikatorInnenbildung als Qualitätsstandard zu verankern", so Konsumentenschutzminister Buchinger.
Lust auf Studien und Statistiken
Besprochen werden die Grundlagen der evidenzbasierten Medizin ebenso wie die Qualität und Glaubwürdigkeit von Studien. Dies hilft im Beratungsalltag Antworten auf häufige Fragen zu finden wie etwa: Was meint meine Ärztin damit? Welcher Broschüre kann ich vertrauen? Was bringt mir diese Behandlung wirklich?
Dass Bedarf für weitere Trainings besteht, hat die Auswertung der ersten Fortbildung gezeigt. „Die Angst vor Statistiken und Zahlen ist groß. Wir ermutigen und macht Lust darauf, Studien zu lesen und zu bewerten“, berichtet Katharina Ebner, Koordinatorin des Wissenschaftlichen Kompetenztrainings, ihre Erfahrungen aus dem ersten Durchgang.
Erstmals österreichweite Fortbildungen
War das Angebot ursprünglich auf Graz beschränkt, finden die elf kommenden Veranstaltungen österreichweit statt. Fünf der Trainings werden in der Steiermark abgehalten, die weiteren sechs auf andere Bundesländer aufgeteilt. Eine Fortbildung beinhaltet zwei Wochenendtermine – dazwischen bleibt ein Monat Zeit das erlernte Wissen zu vertiefen und an der Praxis zu erproben.
„[Man darf] nicht alles glauben, was man liest, sieht und hört. [Wir müssen] mehr hinterfragen und nachfragen. Wir werden ganz schön an der Nase herumgeführt!“
„Information ist schon viel da. [Jetzt habe ich das] Wissen, wo man Information bekommt. Wo ich nicht Sattel fest bin, weiß [ich nun] wohin ich mich wenden kann. Ich fühle mich befähigt zu handeln.“
„[Ich habe die] Angst vor Studien und vor Zahlen verloren.“
„Die Hemmschwelle [ist] gefallen. [Ich habe] Lust englische Studien zu lesen. [Ich habe] die Basis um Studien anzuschauen und überblicksmäßig zu bewerten. Die Basis stärkt mich in der Beratung, wenn ich Informationen an PatientInnen weitergebe.“
„[Ich möchte] auch andere ermutigen, kritisch nachzufragen und sich selbst zu informieren. [Man darf sich] Dinge nicht unhinterfragt zu Herzen nehmen.“
|Konzeptentwicklung: Dr.in Bettina Berger, Arbeitsgruppe Prof.inDr.in Ingrid Mühlhauser, Gesundheitswissenschaften/Universität Hamburg.
Gefördert aus den Mitteln des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz.