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Wechseljahre: Hormonersatztherapie verschiebt Beschwerden nur

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Pressemitteilung, Graz, 29. Juli 2005

Viele Frauen, die jahrelang Hormone genommen haben, leiden nach dem Absetzen erneut unter typischen Wechseljahre-Symptomen. Dies zeigt eine neue Studie ein Jahr nach Abbruch der Women’s Health Initiative (WHI).

8404 Frauen, die im Rahmen der WHI über 5,7 Jahre mit einer Kombination aus Östrogen plus Progesteron oder aber mit Placebo behandelt worden waren, wurden befragt. Wie Judith Ockene von der Universität von Massachusetts berichtet, kam es bei jeder fünften Frau nach dem plötzlichen Absetzen der Hormone erneut zu Symptomen (21,2 Prozent). Von jenen Frauen, die während der WHI Placebo eingenommen hatten, klagten nur 4,8 Prozent über Beschwerden.

Besonders häufig traten die Symptome bei Frauen auf, die vor dem Beginn der WHI bereits über Hitzewallungen, Nachtschweiß, Steifheit der Gelenke oder Schmerzen geklagt hatten. In dieser Untergruppe hatte jede zweite Frau (55,5 Prozent) nach dem Ende der Hormontherapie erneut Beschwerden.
Die Hormonanwenderinnen berichteten nach dem Ende der WHI sechsmal häufiger von mittelschweren bis schweren Hitzewallungen als Frauen, die Placebos genommen hatten. Sie litten auch doppelt so häufig unter Schmerzen.

Interessant sind auch die Angaben zu den nachfolgenden Therapien. Etwa die Hälfte der Frauen (49,1 Prozent) entschied sich nun für Lifestyle-Strategien wie vermehrte Flüssigkeitszufuhr, Sport, Diät. Die meisten Frauen empfanden diese Maßnahmen als hilfreich. 48 Prozent entschieden sich für eine medizinische Therapie, meist gemeinsam mit Lifestyle-Strategien. Unter den medizinischen Therapien wirkte häufig bereits das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt heilsam. Verordnet wurden Vitamin E, Gleitmittel, Schlafmittel und Mittel gegen Depressionen. Nur 4,3 Prozent der Frauen griffen erneut zu Hormonpräparaten.

Warnung vor Hormonersatztherapie durch immer mehr Studien bestätigt
Die WHI war im Juli 2002 gestoppt worden, nachdem klar wurde, dass die Gefahren der langjährigen Hormontherapie, darunter erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Brustkrebs, größer waren als ein möglicher Nutzen der Behandlung, etwa die Prävention von Knochenbrüchen. Die Ergebnisse haben die Empfehlungen zur Hormontherapie radikal verändert. Statt Frauen zu einer langjährigen Einnahme von Hormonen zu raten, wird heute nur noch eine möglichst kurzzeitige und niedrig dosierte Interventionstherapie empfohlen. Die Beschwerden acht bis zwölf Monate nach Therapieende deuten aber darauf hin, dass auch die Empfehlungen einer kurzen und niedrig dosierten Hormontherapie das Problem der Wechseljahre-Beschwerden nicht im Sinne der Frauen löst.

Seit einigen Jahren häufen sich Studien, die vor dem großzügigen Umgang mit weiblichen Sexualhormonen mahnen. „Wir haben auf diese Probleme schon früh hingewiesen und werden nun durch immer neue Untersuchungen bestätigt“, betont Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums, wie wichtig es ist, Frauen umfassend zu informieren. „denn Wechseljahre sind keine Krankheit sondern eine Lebensphase!“.

Quelle: US amerikanische Ärztezeitung (JAMA 2005 ;294: 183-193)

Links:
jama.ama-assn.org/cgi/reprint/294/2/183.pdf|
pubs.ama-assn.org/media/2005j|
pubs.ama-assn.org/media/2005j/0712.dtl#women|
www.nih.gov/news/pr/jul2005/nia-12htm|
www.whi.org/|

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Mag.a Sylvia Groth MAS unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mai: frauen.gesundheit@fgz.co.at| . Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter www.mediendienst.com| heruntergeladen werden.

 

 

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