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Verhütung mit Nebenwirkungen

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Pressemitteilung, Graz, 17. Mai 2005

Das Grazer Frauengesundheitszentrum startet eine Fragebogenaktion und lädt Frauen ein, über ihre Erfahrungen mit der Hormonspirale zu berichten.

In Beratungen berichten viele Frauen von Problemen mit der Hormonspirale Mirena. Um der Stimme dieser Frauen öffentliches Gehör zu verschaffen, startet das Frauengesundheitszentrum eine österreichweit einzigartige Aktion: Mittels eines gemeinsam mit Gynäkologinnen entwickelten Fragebogens werden die Erfahrungen, die Frauen mit Mirena gemacht haben, systematisch gesammelt, anonymisiert und ausgewertet werden. "Uns sind die Erfahrungen von Frauen wichtig. Und wir wollen auf einen Mangel in der Arzneimittelüberwachung hinweisen, die diese Erfahrungen von Nutzerinnen bisher nicht berücksichtigt hat", erklärt Geschäftsführerin Sylvia Groth. Sie führt aus, dass in Österreich, anders als etwa in Schweden, derartige Strukturen zur Patientinnenbeteiligung bisher fehlten.

Interessierte können den Fragebogen auf der Website unter www.fgz.co.at/mirenafragebogen05.htm abrufen und online ausfüllen, unter 0316/83 79 98 anfordern oder direkt im Grazer Frauengesundheitszentrum am Joanneumring 3 abholen. Alle Frauen, die in den letzten zwei Jahren im Frauengesundheitszentrum Rat zur Hormonspirale gesucht haben, bekommen den Fragebogen zugeschickt.

Mängel in der Arzneimittelüberwachung
Bisher werden unerwünschte Wirkungen, die in der Langzeitanwendung der Hormonspirale auftreten, nicht systematisch erfasst. Das Frauengesundheitszentrum startet durch diese Dokumentation von Erfahrungen eine Postmarketing Surveillance durch Nutzerinnen. Die unabhängige Einrichtung für die gesundheitlichen Interessen von Frauen und Mädchen macht dadurch aufmerksam auf einen Mangel in der Pharmakovigilanz:

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die bereits während der klinischen Prüfung erkannt werden, finden sich in der Gebrauchsinformation, wenn ein Präparat auf den Markt kommt.. Doch die Hormonspirale Mirena gilt als „Arzneimittelspezialität“, da sie von ÄrztInnen an die Frauen abgegeben wird. Beipackzettel gibt es daher keinen.
Nebenwirkungen, die aus der Langzeitanwendung resultieren oder aus Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, werden zwangsläufig erst später bekannt, vor allem durch die Meldung von ÄrztInnen. Um neue fundierte Daten zu bekommen ist die Dokumentation der Erfahrung von Nutzerinnen wichtig. Auch die so gewonnenen Erkenntnisse müssen an die AnwenderInnen weitergegeben werden - nur so ist informierte Entscheidung über die eigene Gesundheit möglich.

Meldungen aus einem Spontanerfassungssystem, wie dem neuen Online-Fragebogen des Frauengesundheitszentrums, erlauben keine Schlussfolgerungen zur absoluten Häufigkeit oder zur Inzidenz der beobachteten Risiken, also der Wahrscheinlichkeit, dass eine Nebenwirkung auftritt. Sie können aber dazu dienen, sowohl die Herstellerfirma wie auch die verantwortlichen Behörden auf Probleme aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit zu informieren. Dadurch wird bekannt, dass die Hormonspirale schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann, von denen Frauen umfassend informiert werden müssen, bevor sie sich für oder gegen diese Art der Verhütung entscheiden.

Beratung zur Hormonspirale im Frauengesundheitszentrum
Die Hormonspirale Mirena wird intensiv beworben als "moderne, intelligente und sanfte" Verhütungsmethode. Die Erfahrungsberichte vieler Frauen sprechen eine andere Sprache. Seit 1997 ist die Hormonspirale auf dem österreichischen Markt. Zahlreiche Frauen haben sich seither mit Fragen und Problemen an das Frauengesundheitszentrum gewendet. Allein im Jahr 2004 betrafen von 433 an das Frauengesundheitszentrum gerichteten E-Mail-Anfragen zum Thema Verhütung 284 die Hormonspirale.

Die Frauen berichten von Schmerzen, Schmierblutungen, Gewichtszunahme, Lustlosigkeit und Zysten. Sie suchen Antwort auf die Frage: "Kann Mirena der Grund sein?" Viele fühlen sich von ihren ÄrztInnen nicht ernst genommen. Die Fragebogenaktion des Frauengesundheitszentrums gibt betroffenen Frauen eine Möglichkeit, ihre Interessen als Patientinnen auszudrücken und auf Missstände in der Arzneimittel- und Medizinprodukteüberwachung hinzuweisen.

Das Frauengesundheitszentrum bietet sowohl per E-Mail als auch persönlich Beratungen zu Sexualität und Verhütungsmitteln an. Information und Terminvereinbarung: 0316/83 79 98 oder frauen.gesundheit@fgz.co.at| .

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Mag.a Sylvia Groth MAS unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mai: frauen.gesundheit@fgz.co.at| . Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter www.mediendienst.com| heruntergeladen werden.

 

 

 

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