Pressemitteilung, Graz, Dienstag, 13. März 2007
|Patientinnenbeteiligung online bot eine Fragebogen-Aktion des Grazer Frauengesundheitszentrums. Zwischen Mai 2005 und September 2006 berichteten 1768 Frauen per Internet über ihre Erfahrungen mit dem Verhütungsmittel Hormonspirale. 88 Prozent der Frauen klagen über – durchschnittlich fünf – unerwünschte Wirkungen.
|Beschwerden wie Depressionen, Schmerzen im Unterleib, Schmierblutungen oder Eierstockzysten sind als mögliche Folgen der Hormonspirale aus Literatur und Herstellerinformation bekannt. Trotzdem erhielten 47 Prozent der Befragten bei Nachfrage von ihren ÄrztInnen die Antwort, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden und dem Verhütungsmittel.
|51 Prozent der Befragten fühlen sich schlecht informiert. 90 Prozent wurden nicht über Kopfschmerzen, Akne oder Stimmungsschwankungen als mögliche Wirkungen aufgeklärt. Dabei zeigen die Ergebnisse der Umfrage deutlich, wie wichtig unabhängige Information für Patientinnen ist. Frauen, die selbst die Hormonspirale als für sie geeignetes Verhütungsmittel ausgewählt haben, leiden deutlich seltener unter Beschwerden als jene 62 Prozent, die einem Vorschlag Ihrer ÄrztInnen folgten. Ein Schritt zu besserer Information wäre die Verpflichtung – verständlich geschriebene - Beipackzettel an Nutzerinnen weiterzugeben.
|Die große Zahl von Teilnehmerinnen an der Umfrage zeigt den Wunsch nach Beteiligung am Gesundheitssystem. Anders als etwa in Schweden oder Kanada haben Patientinnen und Konsumentinnen in Österreich keine Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit einem Medikament an das Gesundheitsministerium rückzumelden. Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums, sieht hier eine Lücke in der Arzneimittelüberwachung. „Wenn die Erfahrungen von Frauen nicht aufgegriffen werden, verzichtet das Gesundheitssystem auf eine wichtige Informationsquelle“, stellt sie Handlungsbedarf fest. „Schließlich weisen die Frauen auf potentielle Gefahren hin!“
|Das Grazer Frauengesundheitszentrum bietet garantiert industrieunabhängige Verhütungsberatung. Information und Vereinbarung unter Tel.: 0316/83 79 98, E-Mail: frauen.gesundheit@fgz.co.at| und auf www.fgz.co.at |
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