Schwangere Frauen sind vielfältigen Einflüssen und einander widersprechenden Bewertungen und Trends ausgesetzt. Aus Sicht der Geburtsmedizin sind Schwangerschaft und Geburt zu Risiken geworden, die strenger und andauernder Überwachung bedürfen. So erleben sich werdende Mütter zusehends verunsichert und fremdbestimmt.
|Das Vertrauen in die eigene Kraft schwindet. Die Frau gerät in das medizinisch-technisierte Routineprogramm von Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschall, Medikamenten und medizinischen Interventionen wie Dammschnitt und Kaiserschnitt. Frauen mit weniger Zugang zu Bildung und Migrantinnen erhalten weniger geburtsvorbereitende Informationen und Kurse.
|Pränataldiagnostik ist der Fachbegriff für jene Untersuchungen, die eine Frau während einer Schwangerschaft an sich durchführen lässt, um sogenannte Normabweichungen am Fötus festzustellen. Oft werden diese Untersuchungen mit der Feststellung "Schauen wir, ob eh alles in Ordnung ist ..." eingeleitet. Nur selten wird darüber gesprochen, was sein wird, wenn etwas nicht "in Ordnung" ist. Dann nämlich entscheiden sich über neunzig Prozent der Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch. Schnell und in einer Ausnahmesituation, wie viele im Nachhinein feststellen.
Tatsächlich entstehen die meisten Behinderungen erst bei der Geburt oder im Laufe des Lebens. Die Gefahr, dass Frauen und Männer mit Behinderung in Zukunft immer öfter angesehen werden, als hätte ihre Geburt vermieden werden können/sollen, liegt aber nahe.
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Dr.in Brigitte Steingruber |berät seit 2003 zu Pränataldiagnostik.
Sie stärkt Frauen, Schwangerschaft als Ausdruck von Gesundheit und Vermögen des weiblichen Körpers wahrzunehmen: "Frauen sollen selbst entscheiden, welche Untersuchungen für sie unterstützend sind und welche nicht!"
Sie sollen bis zum Mutterschutz berufstätig sein, gut vorbereitet zur Geburt kommen, ohne Schmerzmittel in wenigen Stunden gebären, den Partner dabei haben und wenige Zeit nach der Geburt Kind und Haushalt perfekt versorgen, ausgiebig stillen, attraktiv sein und ihre Berufstätigkeit nach wenigen Wochen weiterführen.
|Die Frauengesundheitszentren setzen sich für eine umfassende Beratung, Information und Beteiligung für schwangere Frauen ein. Nur so können sich Frauen etwa klar werden, was Pränataldiagnostik bedeutet und welche Folgen sich für sie möglicherweise daraus ergeben.
Frauen sollen ermutigt und ermächtigt werden, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, abseits der Wünsche und Anliegen von ÄrztInnenschaft, Politik und Medien.