Information des Frauengesundheitszentrums, Graz, 20. Jänner 2011
|„Ja zu Bewegung! Nein zu Hormonbehandlung in den Wechseljahren!“, bringt Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums auf den Punkt, wie Frauen ihr Risiko senken können, an Brustkrebs zu erkranken.
„In Beratungen fragen Frauen häufig, wie sie sich vor Brustkrebs schützen können“, berichtet Groth. Seit über 20 Jahren berät sie zu Brustgesundheit, etwa 250 Frauen suchen pro Jahr ihren Rat. Nachweise, dass die Hormone Östrogene und Gestagene Brustkrebs verursachen können, liegen spätestens seit der Women´s Health Initiative Studie 2002 vor. „Nun gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, was jede einzelne Frau tun kann, um ihr Risiko zu senken“, berichtet Groth über die soeben veröffentlichte MARIE-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (www.cancerepidemiology.net/article/S1877-7821(10)00203-1/abstract| , www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2011/dkfz-pm-11-04-Vermeidbare-Risikofaktoren-fuer-Brustkrebs-identifiziert.php|).
Neue Studie nennt vermeidbare Risikofaktoren
Epidemiologen untersuchten dafür 6386 gesunde Frauen und 3074 Patientinnen, die nach dem Eintritt der Wechseljahre an invasivem Brustkrebs erkrankt waren. Ihre Berechnungen ergaben, dass sich mehr als 30 Prozent aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren durch mehr körperliche Aktivität und den Verzicht auf eine Hormonbehandlung mit Östrogenen oder Östrogen und Gestagen vermeiden ließen
Konkret führt die neue Studie insgesamt 32,2 Prozent der Erkrankungen auf von einer Frau zu beeinflussende Faktoren zurück, nämlich wenig körperliche Aktivität zu 12,8 Prozent und auf Hormonpräparate zu 19,4 Prozent, wie sie ÄrztInnen Frauen gegen Beschwerden in den Wechseljahren verschreiben. Weitere Faktoren wie Alkoholkonsum oder Übergewicht stellten sich als vergleichsweise unbedeutender heraus. Ähnlich große Auswirkungen zeigten hingegen die nicht beeinflussbaren Risiken frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre und Brustkrebsfälle in der Familie. Diese Risikofaktoren werden in der MARIE-Studie nämlich für 37,2 Prozent aller Fälle von Brustkrebs verantwortlich gemacht.
Wissen schützt
„Beeinflussbare und nicht beeinflussbare Auslöser halten sich die Waage“, fasst Sylvia Groth zusammen. „Dieses Wissen nimmt Angst und stärkt Frauen, weil sie damit konkret zu ihrem Schutz handeln können. Damit zeigt sich einmal mehr, wie wichtig gute Gesundheitsinformation ist.“ Dem Motto Wissen macht stark und gesund entsprechend bietet das Grazer Frauengesundheitszentrum unabhängige, verständliche Informationen zu Brustgesundheit sowie zahlreiche andere Themen der Frauengesundheit. Mehr über das Beratungsangebot, die Bibliothek und das Programm des Frauengesundheitszentren erfahren Interessierte auf www.fgz.co.at| und unter 0316/83 79 98.
Pressemitteilung zur MARIE-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums 18.1.2011 www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2011/dkfz-pm-11-04-Vermeidbare-Risikofaktoren-fuer-Brustkrebs-identifiziert.php|
Abstract Cancer Epidemiology www.cancerepidemiology.net/article/S1877-7821(10)00203-1/abstract|
Informationen des Frauengesundheitszentrums zu Brustgesundheit www.fgz.co.at/Brustgesundheit.102.0.html|
Zahlen zu Brustkrebs in Österreich (auch noch Bundesländern aufgeschlüsselt) www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/krebserkrankungen/brust/index.html|
Women´s Health Initiative Studie http://www.nhlbi.nih.gov/whi/|
Entscheidungshilfe zu Hormonbehandlung in den Wechseljahren http://www.gesundheitsinformation.de/wechseljahre.201.56.de.html|
Invasiv: der Krebstumor wächst in das umliegende Gewebe hinein
Medienkontakt
Dr.in Felice Gallé
0316/83 79 98
felice.galle@fgz.co.at|
Mit inhaltlichen Fragen können Sie sich auch direkt an Mag.a Sylvia Groth MAS wenden, 0316/83 79 98, frauen.gesundheit@fgz.co.at|.