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Pharmafirmen und ÄrztInnen lassen Frauen über Risiken der Hormoneinnahme im Unklaren

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Presseerklärung des Frauengesundheitszentrums Graz vom 10.8.2000

Das Frauengesundheitszentrum weist aus aktuellem Anlaß auf Berichte in der Süddeutschen Zeitung hin. Forscher und Krankenkassen in Deutschland nehmen die Hormonersatztherapie für ältere Frauen unter Beschuss. Nach einem vertraulichen Bericht an das deutsche Bundesgesundheitsministerium, der der Süddeutschen Zeitung (9.August 2000) vorliegt, gehen mehr als 8000 Fälle von Brust- und Gebärmutterkrebs pro Jahr auf das Konto der in Deutschland weit verbreiteten Therapie. (vgl. weitere Texte zu dieser Diskussion in unserem Ressourcen-Center).

Gefährdet seien vor allem Frauen, die die Hormone über mehrere Jahre hinweg einnehmen, um chronischen Krankheiten vorzubeugen. Den vertraulichen Bericht hat Eberhard Greiser vom "Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin" mit dem "Wissenschaftlichen Institut der AOK" in Bonn erstellt. Danach lassen Pharmafirmen und Ärzte die Frauen über Risiken der Hormontherapie nach den Wechseljahren im Unklaren.

Obwohl der Nutzen durchaus fraglich ist, lassen sich viele ältere Frauen von den Argumenten der ÄrztInnen überzeugen. KritikerInnen weisen seit Jahren darauf hin, dass die Fortbildung der Ärzte zu sehr in den Händen der Pharmaindustrie liegt. Da wundert es nicht, dass schlecht informierte Ärzte auch die Frauen nur ungenügend aufklären können.

Die deutsche Allgemeine Ortskrankenkasse hatte im Frühjahr dieses Jahres je 10 000 Frauen im Alter von 40 bis 75 Jahren in Hessen und Sachsen-Anhalt einen Fragebogen geschickt. Zwei Drittel der Patientinnen, die sich für eine Hormontherapie entschieden hatten, gaben an, nicht oder nicht ausreichend über das erhöhte Krebsrisiko aufgeklärt worden zu sein.

Greiser erteilte Hormonbehandlungen zur Vorbeugung von Osteoporose, Herzinfarkt und Alzheimer eine klare Absage. Nach Untersuchungen stiegen die Risiken für Thrombosen, Embolien und Gallensteine. Zur Prävention von Knochens

 

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