Grazer Frauengesundheitszentrum nimmt Stellung zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs
|Pressemitteilung, Graz, 20. Dezember 2006
|In einer großen Marketingkampagne ist ein Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs auf den Markt gekommen. Die österreichischen Apotheken starten mit einer gezielten Gesundheitsaktion in das Jahr 2007:
Der neue humane Papillomavirus-Impfstoff (HPV-Impfstoff) gegen Gebärmutterhalskrebs wird preislich verbilligt angeboten.
Die Hoffnungen sind groß. Gerade deshalb sind umfassende Informationen so wichtig. Sie sind trotz einer Flut von Artikeln ebenso rar wie evidenzbasierte Daten über die Langzeitwirkung der neuen Impfung.
|Frauen haben Zeit sich zu informieren, bevor sie sich entscheiden, sich oder ihre Söhne und Töchter impfen zu lassen. Gebärmutterhalskrebs ist eine sexuell übertragbare Erkrankung. Kondome schützen!
|Eine Infektion mit HPV hat, besonders bei Frauen unter 30, 35 Jahren, eine hohe Selbstheilungstendenz. Von 60 infizierten Frauen haben 59 die Infektion nach einem Jahr besiegt.
|Der neue Impfstoff schützt gegen 70 Prozent der HP Viren, gegen 30 Prozent der Viren schützt er nicht. Laut der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) wirkt der Impfstoff nicht bei Frauen, die schon infiziert sind. Es sind nach Untersuchungen zufolge 60 Prozent der Frauen schon fünf Jahre nach dem ersten Geschlechtsverkehr infiziert. Eine Impfung ersetzt nicht den Abstrich zur Krebsfrüherkennung.
|Langzeituntersuchungen zur Wirksamkeit und zur Wirkungsdauer liegen nicht vor. Daher fordert das Frauengesundheitszentrum, dass die Auswirkungen aller Impfungen systematisch dokumentiert und kontrolliert werden, um Langzeiteffekte zu erfassen (safety monitoring).
|Weitere wichtige Punkte zur HPV Impfung hat das Frauengesundheitszentrum für Interessierte gesammelt. Eine ausführliche Stellungnahme mit dem Nachweis der wissenschaftlichen Quellen ist unter www.fgz.co.at| zu finden.
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