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Mammographie als Reihenuntersuchung – Pro und Kontra

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Presseinformation des Frauengesundheitszentrums Graz und des Frauenreferates der Stadt Graz, 09. 10. 2003

Mammographie als Reihenuntersuchung wird in der Medizin kontrovers beurteilt. Welche Positionen gibt es dazu und welche Auswirkungen hat die Diskussion auf die Entscheidungsfindung einer Frau? Antworten darauf gibt es in einer Veranstaltung, bei der namhafte ExpertInnen zu Wort kommen und miteinander diskutieren werden.

 

Referenten:

  • Univ.-Profin. Drin. med. Ingrid Mühlhauser, Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologie, Endokrinologie, Universität Hamburg
  • Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Schmidt, Facharzt für Radiologie, Graz

 

Moderatorin: Ute Riedler-Lindthaler

Termin: Donnerstag, 16. Oktober, 19.00 Uhr

Ort: Trauungssaal, Rathaus

Eine Kooperation zwischen dem Land Steiermark, Landesrat für Gesundheit Mag. Wolfgang Erlitz, Stadt Graz, Stadträtin für Frauen, Tatjana Kaltenbeck-Michl, dem Frauenreferat der Stadt Graz und dem Frauengesundheitszentrum.

Befürworter der Reihenuntersuchung argumentieren, dass durch Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit um 20 bis 30 Prozent vermindert werden könne.

Diese, in der Öffentlichkeit immer wieder gerne aufgegriffene Statistik lässt sich aber auch anders interpretieren:

*Über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg gerechnet, sterben mit einem Mammographie-Screening drei von 1000 Frauen an Brustkrebs. Ohne Mammographie-Screening sterben von 1000 Frauen vier an Brustkrebs“, erläutert Univ. Prof. Dr. med. Ingrid Mühlhauser von der Universität Hamburg ihre Lesart der Statistik und bringt mit einem weiteren Zahlenbeispiel ihre Kritik am der Reihenuntersuchung auf den Punkt: „999 von 1000 Frauen haben keinen Nutzen aus dem Mammographie-Screening, da sie ohnehin nicht an Brustkrebs gestorben wären (996 Frauen) oder weil sie trotz des Screenings an Brustkrebs sterben (3 Frauen)“.

Und Mühlhauser geht mit ihrer Kritik noch weiter: „Von 1000 Frauen, die sich 10 Jahre lang einem Mammographie-Screening unterziehen, müssen etwa 200 mit einem falsch positiven Ergebnis rechnen, bei etwa 60 Frauen erfolgt eine Gewebeentnahme aus der Brust, obwohl kein Brustkrebs vorliegt.“

Ihre Standpunkte wird Ingrid Mühlhauser an diesem Abend mit dem Grazer Radiologen Univ.- Prof. Dr. Ferdinand Schmidt diskutieren.

Frauen haben ein Recht auf eine verständliche Darstellung des möglichen Nutzens, des fehlenden Nutzens und der unerwünschten Wirkungen von Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen. Dieser Abend soll einerseits eine Entscheidungshilfe für interessierte Frauen bieten, andererseits aber auch den Anstoß zu einer öffentlichen Diskussion über das Thema Mammographie-Screening geben.

Aus diesem Grund laden wir Sie recht herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Im Anschluss an die Diskussion gibt es auch die Möglichkeit für ein Interview mit den ReferentInnen.

Für weiteren Fragen steht Katharina Ohner unter der Telefonnummer 0316 / 83 79 98-30 gerne zur Verfügung!

 

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