Die Schönheit des Alter(n)s-ALTERnative Frauenbilder
EVIVO – GESUND UND AKTIV MIT CHRONISCHER KRANKHEIT LEBEN
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Health Literacy - Gesundheitskompetenz
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Abgeschlossene Projekte
Mädchenspezifische Gesundheitsförderung ...
Mädchengesundheitsförderung
Geschlechtsspezifische Gesundheitsförderung basiert auf dem Wissen, dass Männer und Frauen sowie Buben und Mädchen in unserer Gesellschaft unterschiedliche Bedingungen vorfinden und darauf mit unterschiedlichen Bedürfnissen reagieren. Unterschiedliche Körperkonzepte brauchen unterschiedliche Formen an Förderung und Stärkung.
Für Mädchen stellt die Pubertät eine Lebensphase dar, in der sich Körperwahrnehmung und Selbstwertgefühl entscheidend verschlechtern. Sie erleben diese Zeit im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und körperlichen Veränderungen. Sie sind einerseits mit der ständigen Sexualisierung ihres Körpers konfrontiert („Du bekommst aber einen hübschen Hintern!“) und erleben andererseits die Sprachlosigkeit hinsichtlich wichtiger körperlicher Vorgänge (z.B. weiblicher Orgasmus). Die Klitoris, das weibliche Lustorgan, bleibt immer noch oft unerwähnt oder wird nicht in ihrer tatsächlichen Anatomie dargestellt. Die häufigsten „Krankheitssymptome“, über die Mädchen klagen, sind: sich (zu) dick fühlen, unzufrieden sein mit dem eigenen Körper, unreine Haut, Regelschmerzen, depressive Verstimmung. Viele berichten auch von sexuellen Gewalterfahrungen in dieser oder einer früheren Lebensphase – Symptom einer kranken Gesellschaft.
Im Alter von 15 Jahren erleben Mädchen einen eklatanten Einbruch in ihrem Gesundheitsempfinden (vgl. Jugendgesundheitsförderungsprojekt Steiermark, Abschlussbericht 2005). Diäten sind oftmals Ausdruck eines schlechten Körpergefühls und können der Einstieg in schwere und oft chronische Essprobleme sein. Mädchen machen grundlegend andere Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen als Buben. Sie hören, dass sie einen schwachen und sensiblen Körper hätten, dass psychosomatische Beschwerden bei ihnen normal seien und überhaupt ihre „Biologie an allem schuld ist“. So wird ihnen früh vermittelt, dass körperliche Umbruchphasen in die betreuenden Hände von ÄrztInnen gehören, eine Medikalisierung benötigen. Viele Mädchen nehmen regelmäßig Medikamente, in erster Linie Schmerz- und Verhütungsmittel. Bei Diäten experimentieren junge Frauen mit Abführmitteln und anderen Diätprodukten, die sie rezeptfrei in der Apotheke erwerben. Die Medikalisierung bei Regelschmerzen geht fast immer auf ärztlichen Rat zurück. Alternative Behandlungsmethoden wie Wärmeflasche, Bewegung oder krampflösende Tees oder Selbstbefriedigung, werden ausgeklammert. Die Mädchen benutzen die Eigennamen der gängigen Schmerzmittel ganz selbstverständlich. Häufig wird den Mädchen von ÄrztInnen gegen Regelschmerzen die Pille empfohlen – obwohl sie den Eisprung verhindert und damit ein natürliches Einpendeln der Blutung. Außerdem wird die Pille zur Behandlung von Hautproblemen verschrieben, auch wenn sie nicht als Verhütungsmittel gewünscht wird. Immer mehr Mädchen probieren auch neue hormonelle Verhütungsmittel aus, die noch wenig erforscht sind, etwa das viel beworbene Verhütungspflaster. So wird eine junge Frau nicht nur früh zu einem medizinischen Fall gemacht. Neben der Symptombekämpfung bleibt auf der Strecke, was Mädchen wirklich brauchen: Unterstützung, um ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, ihren Körper kennenzulernen und Selbstverantwortung zu entwickeln.
Hier setzt mädchenspezifische Gesundheitsförderung an und orientiert sich an den Bedürfnissen und Erfahrungen junger Frauen:
Wo liegen ihre Stärken, was macht so richtig Spaß, was stärkt ihr Selbstwertgefühl? Welche Information ist zeitgemäß und wichtig?
Dabei sind folgende Qualitätskriterien besonders bedeutsam