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Mädchengesundheitsförderung

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Mädchenspezifische Gesundheitsförderung ...

  • informiert
  • beugt vor
  • stärkt das Selbstvertrauen
  • erweitert den Handlungsspielraum
  • stärkt die soziale Kompetenz junger Frauen
  • hilft Essprobleme frühzeitig zu erkennen
  • zeigt auf, wo es im Notfall Unterstützung gibt
  • ist Empowerment für junge Frauen

Mädchengesundheitsförderung

  • vermittelt Mädchen eine ganzheitliche Sicht auf ihre Gesundheit vermitteln, stärkt sie, hilft ihnen natürliche Lebensveränderungen positiv zu bewältigen und ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und zu erweitern
  • Unterstützt Mädchen allgemein bei ihrem Weg durch die Adoleszenz und stärkt Lebenskompetenzen (Kommunikation, konstruktive Konfliktlösungsstrategien,Umgang mit Gefühlen, Grenzen setzen …)
  • Stärkt den Selbstwert von Mädchen, die positive Einstellung zum Körper und zu ihrer Sexualität
  • Stärkt Mädchen dabei, Gewalt wahrzunehmen und sich gegen Gewalt zu wehren
  • Unterstützt dabei Normierungen, Schönheitsideale und Geschlechtsrollenzuschreibungen zu hinterfragen und die Vielfalt von Mädchen zu fördern
  • Thematisiert risikoreiches Verhalten (Alkohol, Rauchen, Essverhalten…) und zeigt alternative Bewältigungsstrategien auf
  • Setzt mädchenspezifische Räume und weibliche Bezugspersonen als Prinzipien der feministischen Mädchenarbeit um, um Mädchen einen gesicherten Beziehungsraum zur Verfügung zu stellen
  • Beteiligt Mädchen in allen Phasen eines Projektes
  • Fördert besonders die Gesundheit von sozioökonomisch und kulturell benachteiligten Mädchen
  • Bildet MultiplikatorInnen aus und weiter (geschlechtssensible Jugendarbeit, Mädchenarbeit, Gewaltprävention, Sexualpädagogik, …)
  • Bildet Netzwerke und regt Strukturen für Mädchengesundheit an (dauerhaft Ressourcen zur Verfügung stellen, Standards entwickeln …)
  • Jugendgesundheitsförderung muss geschlechtsspezifisch und geschlechtssensibel sein
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Angebote mädchenspezifischer Gesundheitsförderung in der Steiermark

Geschlechtsspezifische Gesundheitsförderung basiert auf dem Wissen, dass Männer und Frauen sowie Buben und Mädchen in unserer Gesellschaft unterschiedliche Bedingungen vorfinden und darauf mit unterschiedlichen Bedürfnissen reagieren. Unterschiedliche Körperkonzepte brauchen unterschiedliche Formen an Förderung und Stärkung.

Für Mädchen stellt die Pubertät eine Lebensphase dar, in der sich Körperwahrnehmung und Selbstwertgefühl entscheidend verschlechtern. Sie erleben diese Zeit im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und körperlichen Veränderungen. Sie sind einerseits mit der ständigen Sexualisierung ihres Körpers konfrontiert („Du bekommst aber einen hübschen Hintern!“) und erleben andererseits die Sprachlosigkeit hinsichtlich wichtiger körperlicher Vorgänge (z.B. weiblicher Orgasmus). Die Klitoris, das weibliche Lustorgan, bleibt immer noch oft unerwähnt oder wird nicht in ihrer tatsächlichen Anatomie dargestellt. Die häufigsten „Krankheitssymptome“, über die Mädchen klagen, sind: sich (zu) dick fühlen, unzufrieden sein mit dem eigenen Körper, unreine Haut, Regelschmerzen, depressive Verstimmung. Viele berichten auch von sexuellen Gewalterfahrungen in dieser oder einer früheren Lebensphase – Symptom einer kranken Gesellschaft.

Im Alter von 15 Jahren erleben Mädchen einen eklatanten Einbruch in ihrem Gesundheitsempfinden (vgl. Jugendgesundheitsförderungsprojekt Steiermark, Abschlussbericht 2005). Diäten sind oftmals Ausdruck eines schlechten Körpergefühls und können der Einstieg in schwere und oft chronische Essprobleme sein. Mädchen machen grundlegend andere Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen als Buben. Sie hören, dass sie einen schwachen und sensiblen Körper hätten, dass psychosomatische Beschwerden bei ihnen normal seien und überhaupt ihre „Biologie an allem schuld ist“. So wird ihnen früh vermittelt, dass körperliche Umbruchphasen in die betreuenden Hände von ÄrztInnen gehören, eine Medikalisierung benötigen. Viele Mädchen nehmen regelmäßig Medikamente, in erster Linie Schmerz- und Verhütungsmittel. Bei Diäten experimentieren junge Frauen mit Abführmitteln und anderen Diätprodukten, die sie rezeptfrei in der Apotheke erwerben. Die Medikalisierung bei Regelschmerzen geht fast immer auf ärztlichen Rat zurück. Alternative Behandlungsmethoden wie Wärmeflasche, Bewegung oder krampflösende Tees oder Selbstbefriedigung, werden ausgeklammert. Die Mädchen benutzen die Eigennamen der gängigen Schmerzmittel ganz selbstverständlich. Häufig wird den Mädchen von ÄrztInnen gegen Regelschmerzen die Pille empfohlen – obwohl sie den Eisprung verhindert und damit ein natürliches Einpendeln der Blutung. Außerdem wird die Pille zur Behandlung von Hautproblemen verschrieben, auch wenn sie nicht als Verhütungsmittel gewünscht wird. Immer mehr Mädchen probieren auch neue hormonelle Verhütungsmittel aus, die noch wenig erforscht sind, etwa das viel beworbene Verhütungspflaster. So wird eine junge Frau nicht nur früh zu einem medizinischen Fall gemacht. Neben der Symptombekämpfung bleibt auf der Strecke, was Mädchen wirklich brauchen: Unterstützung, um ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, ihren Körper kennenzulernen und Selbstverantwortung zu entwickeln.

Hier setzt mädchenspezifische Gesundheitsförderung an und orientiert sich an den Bedürfnissen und Erfahrungen junger Frauen:

Wo liegen ihre Stärken, was macht so richtig Spaß, was stärkt ihr Selbstwertgefühl? Welche Information ist zeitgemäß und wichtig?

Dabei sind folgende Qualitätskriterien besonders bedeutsam

  • Geschlechtsspezifischer emanzipatorischer Ansatz Ressourcenorientierung und Empowerment
  • Geschlechtshomogene Gruppenangebote (girls only)
  • Teilnehmerinnenobergrenze max. 14 Mädchen; Betreuungsperson (etwa Lehrerin, Jugendarbeiterin ...) nicht anwesend (Vor- sowie Nachbesprechung)
  • Geschützte Atmosphäre – Schweigepflicht
  • Zeitgemäße und erprobte Methodik
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