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Mädchengesundheit für Multiplikatorinnen

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Mädchenspezifische Gesundheitsförderung

  • informiert
  • beugt vor
  • stärkt das Selbstvertrauen
  • erweitert den Handlungsspielraum
  • stärkt die soziale Kompetenz junger Frauen
  • hilft Essprobleme frühzeitig zu erkennen
  • zeigt auf, wo es im Notfall Unterstützung gibt
  • ist Empowerment für junge Frauen

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Gesundheit hat ein Geschlecht

Mädchen und Burschen finden in unserer Gesellschaft ungleiche Bedingungen vor und reagieren darauf unterschiedlich. Hier setzt geschlechterspezifische Gesundheitsförderung an.

Ein bestimmender Faktor für Gesundheit ist das Geschlecht. So zeigt etwa der über Jahre angelegte HBSC-Survey (Health behaviour in school-aged children) der Weltgesundheitsorganisation, dass Mädchen eine geringere Chance haben, ausgezeichnet gesund und frei von regelmäßigen Beschwerden zu sein. Der subjektive Gesundheitszustand und die Lebensqualität von Mädchen nehmen in der Pubertät stark ab (Dür, Griebler 2007, S. 18).

Die Pubertät ist eine besonders herausfordernde Lebensphase – für die Pubertierenden ebenso wie für ihre LehrerInnen, BetreuerInnen und ihre Familien. Mädchengesundheitsförderung unterstützt und liefert Antworten auf Fragen, die sich Mädchen am Weg zur Frau stellen.

Daten und Fakten zu Mädchengesundheit
bestätigen, wie wichtig Gesundheitsförderung für Mädchen ist:

  • Im Laufe der 1990er Jahre hat sich der Anteil täglich rauchender 15-jähriger Mädchen verdreifacht (Dür, Griebler 2007, S. 8).
  • 15-jährige Mädchen konsumieren Alkohol beinahe gleich häufig wie gleichaltrige Burschen (Dür, Griebler 2007, S. 8). Bei Mädchen und Burschen wirkt Alkohol aber unterschiedlich. Es wird davon ausgegangen, dass Alkoholkonsum bei Mädchen und Frauen akut stärker wirkt und auch gravierendere Langzeitfolgen verursacht (Springer, Uhl 2005, S.117).
  •  Während im Alter von 11 Jahren noch 22 Prozent der Mädchen angeben, täglich körperlich aktiv zu sein, sind es im Alter von 15 Jahren nur noch 7 Prozent (Dür, Griebler 2007, S. 32).
  • Das Selbstwertgefühl der Mädchen ist sehr deutlich an Schönheit und gutes Aussehen geknüpft. Es sinkt nachweisbar mit dem Einsetzen der Menstruation und den damit einhergehenden körperlichen Veränderungen (Kolip 2002, S. 508).
  • 44 Prozent der 14- bis17-jährigen Mädchen empfinden sich als übergewichtig, 24 Prozent der Mädchen sind mit ihren Körperproportionen extrem oder sehr unzufrieden, so das Ergebnis einer Wiener Studie (Österreichischer Frauengesundheitsbericht 2005, S. 120). 
  • Mädchen erleben früh, dass ihre natürlichen körperlichen Veränderungen und Vorgänge, etwa die Menstruation, medikalisiert werden. Regelmäßige ÄrztInnenkontrollen machen aus Mädchen und jungen Frauen Patientinnen (Schach 2008). Viele Mädchen nehmen auf ärztlichen Rat Schmerzmittel gegen Regelbeschwerden oder die Antibaby-Pille gegen unreine Haut (Beispiel: Pressemappe: Neue Pille mit Beauty-Effekt,  2006).
  • Jede fünfte Frau in Österreich ist laut Studien ein Opfer von Gewalt
    (Österreichischer Frauengesundheitsbericht 2005, S. 240).

Um die Gesundheit von Mädchen wirkungsvoll zu fördern, ist es wichtig, dass unterschiedliche BerufsvertreterInnen und Einrichtungen zusammenarbeiten. Netzwerke, in denen gemeinsam Strukturen geschaffen und Qualitätsstandards entwickelt werden, ermöglichen einen regelmäßigen Austausch zu Mädchengesundheitsförderung.

Mädchen sind vielfältig
Sie gehören unterschiedlichen sozialen Schichten an, leben in einer Stadt oder am Land, haben unterschiedliche sexuelle Orientierungen, sind behindert oder nicht behindert, haben unterschiedliche Hautfarben, religiöse Überzeugungen und unterschiedlichen Zugang zu Bildung … Damit verbunden sind unterschiedliche Möglichkeiten, ihr eigenes Leben zu bestimmen, am öffentlichen Leben teilzunehmen und es zu beeinflussen. Angebote zur Mädchengesundheitsförderung müssen diese Vielfalt berücksichtigen.

Mädchengesundheit in der Praxis|

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Links und mehr|

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Quellen

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend (Hrsg.) (2005). Österreichischer Frauengesundheitsbericht. Wien.

Griebler, Robert; Dür, Wolfgang (2007). Die Gesundheit der österreichischen SchülerInnen im Lebenszusammenhang. Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2006. Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend (Hrsg.) Wien.

Kolip, Petra; Koppelin, Frauke (2002). Geschlechtsspezifische Inanspruchnahme von Prävention und Krankheitsfrüherkennung. In: Hurrelmann, Klaus; Kolip, Petra (Hrsg.). Geschlecht, Gesundheit und Krankheit. Männer und Frauen im Vergleich. Bern. S. 491-504.

Pressemappe: Neue Pille mit Beauty-Effekt (2006). www.pressetext.at/news/060622020/belara-neue-pille-mit-beauty-effekt/|  (Stand 7.2.2009)

Schach, Corinna (2008). Immer jünger in die Sprechstunde? Wie Mädchen und junge Frauen zu Patientinnen gemacht werden. In: Sonderheft – Rundbrief 25 des Netzwerkes Frauen/Mädchen und Gesundheit Niedersachsen. Dokumentation der 22. Netzwerktagung: Mädchen und junge Frauen – ihre Lebenswelten - ihre Gesundheit. Hannover. S. 23.

Springer, Alfred; Uhl, Alfred (2005). Geschlechtsspezifische Morbidität und Mortalität bei Alkohol und illegalen Drogen. In: Eisenbach-Stangl, Irmgard; Lentner, Susanne; Mader, Rudolf. (Hrsg.), Männer, Frauen, Sucht. Wien. S. 111-130.

WHO (1946). Verfassung der Weltgesundheitsorganisation vom 22. Juli 1946. New York.

WKO-Lehrlingsstatistik 2009. Website der Wirtschaftskammer Österreichs: www.wko.at/statistik/jahrbuch/Lehrling6.pdf (Stand 5.2.2009). 

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