Presseerklärung des Frauengesundheitszentrums Graz vom 25.03.2003
Frauen profitieren von einer Hormonbehandlung im Wechsel nicht. Die allgemeine Gesundheit sowie Anzeichen für Lebensqualität wie Vitalität, Stimmung, seelische Gesundheit oder sexuelle Befriedigung werden durch Hormonbehandlungen nicht verbessert.
Dies hat jetzt eine Analyse von Daten der WHI-Studie ergeben. Aufgrund der Brisanz der Ergebnisse entschloss sich das New England Journal of Medicine zu einem Vorabdruck.
In dieser Studie erhielten 8506 gesunde Frauen zwischen 50 und 79 Jahren täglich eine Kombination von 0,625 mg konjugiertem Östrogen und 2,5 mg des Gestagens Medroxyprogesteronacetat und 8102 Frauen Placebo. Parameter der Lebensqualität wurden zu Beginn der Studie, nach einem und nach drei Jahren abgefragt.
Eine kurzfristige Hormonbehandlung erwies sich nur bei Frauen, die während der Wechseljahre lediglich unter Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen litten, als effektiv.
Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrum, weist darauf hin, dass eine Hormonbehandlung zwar die Anzeichen des Wechsels mildert. Diese Beschwerden könnten jedoch bei Absetzen der Hormone erneut auftreten. „Wenn sich Frauen entscheiden, Hormone nicht weiter zu nehmen, sollten sie nach den Empfehlungen der Neuseeländischen ExpertInnengruppe die Hormone "ausschleichen" und nicht abrupt aufhören, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.
Schon im Sommer 2002 hatten Studienergebnisse der qualitativ hochwertigen WHI Langzeitstudie gezeigt, dass eine Hormonbehandlung das Risiko, an Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen zu erkranken, erhöht. Viele ExpertInnen sind sich daher einig, dass der Schaden einer Behandlung den Nutzen überwiegt. Als Reaktion auf die Studie hatte die US-amerikanische "Food and Drug Administration" (FDA) Östrogene für krebsauslösend erklärt.
Während in Österreich bislang noch keine Konsequenzen aus diesen eindeutigen Studienergebnissen gezogen wurden, hat das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittelforschung ein Stufenplanverfahren eingeleitet, um die Zulassung der Östrogen-Gestagen Behandlungen in den Wechseljahren einer Prüfung zu unterziehen.
Wenn Sie Fragen zum Thema haben, wenden Sie sich bitte an Sylvia Groth M.A., Tel: 0316/ 83 79 98, frauen.gesundheit@fgz.co.at|
Linktipp zum Thema:
Effects of Estrogen plus Progestin on health related quality of life New England Journal of Medicine, May 8, 2003 (Vorabdruck 17. März 2003) |