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Hormonbehandlung in den Wechseljahren riskant

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Pressemitteilung Frauengesundheitszentrum 06.08.02

Das Frauengesundheitszentrum fordert zusammen mit dem bundesdeutschen Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF® e.V.), mit dem Deutschen Ärztinnenbund (DÄB) und dem Bundesverband der deutschen Frauengesundheitszentren ein Umdenken bei der Hormonbehandlung in den Wechseljahren.

Nach einer langjährigen Studie zu den in den USA verwendeten Östrogen/Gestagen-Kombinationen wurde bekannt, dass sie - eingenommen über mehrere Jahre - das Risiko nicht nur für Brustkrebs um 26 Prozent erhöhen, sondern auch für Herzinfarkt um 29 Prozent, Schlaganfall um 41 Prozent sowie Thrombosen hervorrufen können. Diese Studie, an der 16.600 Frauen teilgenommen hatten, musste wegen nachgewiesener gesundheitlicher Gefahren vor kurzem abgebrochen werden.

Sehr vielen Frauen in Österreich wird geraten, Hormone gegen Beschwerden der Wechseljahre oder zur Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen und Osteoporose zu nehmen. Sie schädigen bei längerer Einnahme wahrscheinlich eher als dass sie nutzen. Eine breite öffentliche Reaktion in Österreich auf die alarmierenden Ergebnisse dieser großen amerikanischen Studie zur Hormonersatztherapie steht noch aus.

Befremdlich und wenig hilfreich für Frauen ist, dass sie bisher über diese Risiken kaum informiert wurden. Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums Graz, meint, auch FrauenärztInnen sollten sich zusätzlich und umfassend informieren und dafür Sorge tragen, dass sie die neuen Informationen "an die Frau" bringen. "Österreicherinnen wurden jahrelang in falscher Sicherheit gewogen. Frauen nehmen Hormone, die ihnen nachgewiesenermaßen Schaden zufügen können." Ihrer Erfahrung nach ist es auch hier Praxis, "fast jeder Frau zu Hormonen zu raten, einseitig Vorteile zu betonen und die Risiken zu verharmlosen". Damit sollte jetzt Schluss sein, denn die Studienergebnisse zeigen, "dass der Schaden den Nutzen überwiegt."

Das Frauengesundheitszentrum weist seit Jahren darauf hin, wie wenig wissenschaftliche Basis die propagierten Vorteile der Hormontherapie in den Wechseljahren tatsächlich hatten. Das Frauengesundheitszentrum macht auf mögliche Risiken von Hormoneinnahmen aufmerksam und informiert über alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Beschwerden.

Das Frauengesundheitszentrum schließt sich der Forderung an, dass Frauen selbst mitentscheiden können, was für sie gut ist - dies bedeutet:

  • Von Pharmaindustrie und anderen Interessengruppen unabhängige Informations-Kampagnen für Frauen
  • Veröffentlichung von Richtlinien zur Verschreibungspraxis von Hormonen auf der Basis evidenzbasierter Studien
  • Durchführung unabhängiger Forschungsprojekte

Quellen:

Studie: http://jama.ama-assn.org/issues/v288n3/ffull/joc21036.html|
AKF® - http://www.akf-info.de/|
http://www.fgz.co.at/links6w1.htm| - in unserem größten deutschsprachigen Frauengesundheitsportal finden Sie eine umfangreiche Linksammlung zu Hormoneinnahmen in den Wechseljahren

Wenn Sie Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an Sylvia Groth M.A., Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums Graz.

 

 

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