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Gewalt erkennen und Ansprechen

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Gesundheitliche Folgen von Gewalt: ein dringliches Thema für das Gesundheitswesen

Pressemitteilung, Graz, 07. Dezember 2005

Gewalt erkennen und ansprechen

Das Gesundheitswesen hat eine einzigartige Rolle als erste Anlaufstelle für Frauen mit Gewalterfahrung. Wird die Situation richtig erkannt, kann weitere Gewalt verhindert werden. Das Frauengesundheitszentrum schlägt daher ein Programm zur Schulung und Unterstützung für Krankenhausmitarbeiter vor.

So kommen Frauen aufgrund der gesundheitlichen Folgen von Gewalt - Verletzungen und psychische Folgen - zu praktischen Ärztinnen und Ärzten, in Ambulanzen und Psychiatrien. Wird die Frau als Opfer von Gewalt frühzeitig erkannt, besteht hier die Chance, sie anzusprechen, gezielt zu behandeln, weiterzuverweisen und so vor weiterer Gewalt zu schützen.

Doch sind Folgen von Gewalt häufig schwer zu erkennen. Noch schwieriger ist der Umgang damit. Deshalb brauchen die Fachkräfte im Gesundheitswesen Rückendeckung. „Eine politische Richtungsentscheidung, Gewalt nicht zu tolerieren, ist erforderlich. Das bedeutet auch Zusammenarbeit und Fortbildung zu ermöglichen, um jene zu stärken, die in Ordinationen und Spitälern mit Folgen von Gewalt zu tun haben“, stellt Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums, fest. „Damit Frauen mit Gewalterfahrung nicht hilflose Helfer gegenüberstehen. Damit die Spirale von Gewalt gestoppt wird.“

Sinnvoll und notwendig wären, so Groth, ein Interventionsprogramm, das das Personal der Krankenhäuser systematisch sensibilisiert und qualifiziert. Im Gegensatz zu Wien und Niederösterreich fehlen in der Steiermark derartige Fortbildungen.

Folgekosten durch Gewalt
Gewalt gegen Frauen hat enorme psychische und auch ökonomische Folgekosten. Genaue Zahlen für Österreich gibt es nicht. Die Schweiz hat Folgekosten von 409 Millionen SFR errechnet, etwa 110 Millionen im Gesundheitsbereich.
Im Gegensatz zur Justiz, die durch das Wegweiserecht gesetzliche Grundlagen zur Intervention bei Gewalt hat und mit Interventionsstellen, Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen schon sensibilisiert ist, sieht das Gesundheitswesen erst spät seine besondere Verantwortung und Aufgabe.

In Österreich gibt es keine repräsentative epidemiologische Untersuchung, wie viele Frauen von Gewalt betroffen sind. Man geht davon aus, dass 15 bis 30 Prozent aller Frauen von Gewalt betroffen sind.

Geschlechtsbezogene Gewalt
verletzt nicht allein die Grenzen der persönlichen Integrität, sondern auch die Beziehung einer Frau zum eigenen weiblichen Körper und zum alltäglich erlebten Selbst: Sie ist Menschenrechtsverletzung und Erniedrigung der Würde der Frau Daher stellt sexualisierte und intime Gewalt eine besondere Gefährdung der frauenspezifischen und reproduktiven Gesundheit im weitesten Sinne dar. Sie beeinträchtigt das Vertrauen in die Stärke und die Achtungswürdigkeit des weiblichen Körpers. Unter der Wirkung von erlebter Gewalt können Frauen längere Zeit unfruchtbar oder im Gegenteil immer wieder in rascher Folge schwanger werden, sie können spontane Fehlgeburten haben, sich aus für Außenstehende wenig verständlichen Gründen zur Abtreibung entschließen, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen durchlaufen oder unfähig sein, die Mutterschaft innerlich anzunehmen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Mag.a Sylvia Groth MAS unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mai: frauen.gesundheit@fgz.co.at|. Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter www.mediendienst.com| heruntergeladen werden.

 

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