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Die Weltgesundheitsorganisation benennt Gewalt als eines der zentralen Gesundheitsrisiken für Frauen. (WHO: Weltbericht Gewalt und Gesundheit 2003).
|Gewalt an Frauen ist kein privates Problem - sondern ein strukturelles. Auch wenn die Bedrohung selten im dunklen Park lauert und häufig im trauten Heim. Laut Kriminalstatistik des Innenministeriums werden Frauen in Österreich 300.000 Mal pro Jahr Opfer von Gewalt innerhalb der Familie. Besonders gefährdet sind junge Frauen. Den schwersten Gewalttaten sind Frauen in Zeiten von Trennung und Scheidung ausgesetzt. Die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt ist immer noch hoch - besonders im ländlichen Raum.
ExpertInnen des Europarates zur Bekämpfung gegen Frauen gehen davon aus, dass eine von vier in Europa lebenden Frauen von Gewalt durch ihren jetzigen oder ehemaligen Partner betroffen ist.
Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem.
Wurzel der Gewalt an Frauen ist die Machtungleichheit zwischen Männern und Frauen.
Auch Armut ist eine Form von Gewalt und diese wird zunehmend weiblich. Obwohl Frauen zwei Drittel der gesellschaftlichen Gesamtarbeit leisten, erhalten sie nur zehn Prozent des Welteinkommens. Immer mehr Alleinerzieherinnen und Rentnerinnen sinken unter die Armutsgrenze.
In Österreich verdienen Frauen durchschnittlich etwa ein Drittel weniger als Männer, ihre Pensionen betragen nur rund die Hälfte der Pensionen, die Männer beziehen. Rund 500.000 österreichische Frauen haben keinen eigenen Pensionsanspruch. Migrantinnen sind häufig aufenthaltsrechtlich vom Ehemann abhängig.
In Politik und Wirtschaft, sowie in diversen Institutionen sind Frauen - vor allem auf höheren Ebenen - immer noch unterrepräsentiert.
In letzter Zeit häufen sich die Berichte über (sexualisierte) Gewalt in Institutionen. Das Netzwerk gegen sexuelle Gewalt Steiermark weist darauf hin, dass (sexualisierte) Gewalt in allen Institutionen vorkommen kann, die Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sowie alte Menschen betreuen und begleiten. Alle Einrichtungen sowie politisch Verantwortliche sind gefordert, wirkungsvolle Strategien gegen sexualisierte Gewalt in Institutionen zu entwickeln und umzusetzen.
Mehr Information Stellungnahme| des Netzwerks gegen sexuelle Gewalt Steiermark. (Ö, dt)