Pressemitteilung des Frauengesundheitszentrums Graz vom 26. 11. 2002
Eine aktuelle Umfrage unter Grazer Frauen bestätigt, dass zwei Drittel ihre gynäkologische Betreuung in Frauenhand geben wollen. Die Gebietskrankenkasse hat auf die Forderungen von Frauenrat und Frauengesundheitszentrum reagiert und wird vorschlagen, die aktuelle Gynäkologie-Kassenstelle weiblich zu besetzen.
Anfang November stiegen der Frauenrat und das Frauengesundheitszentrum gemeinsam gegen die GKK und die Ärztekammer auf die Barrikaden, um für die weibliche Besetzung der freien Gynäkologie-Kassenstelle zu kämpfen.
Dieser gemeinsame Aufschrei wurde nun bei der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse gehört. Am Wochenende hat der Obmann der GKK Steiermark, Erwin Spindelberger bestätigt, dass sich die GKK für eine Gynäkologin entscheiden wird.
Nur bei der Ärztekammer sind die Forderungen bis dato auf taube Ohren gestoßen. Sie kündigt nämlich an, sich am 4. Dezember für einen Mann entscheiden zu wollen. Damit führt sie den Fall unnötigerweise vor ein Schiedsgericht, was wiederum eine Verzögerung des Verfahrens bedeuten wird.
Das Frauengesundheitszentrum weiß aus der eigenen Beratungserfahrung und aufgrund einiger Studien aus der Vergangenheit, dass sich die Mehrheit der Frauen die Behandlung durch eine Gynäkologin wünscht.
Diese Erfahrungen wurden jetzt in einer Straßenumfrage eindrucksvoll bestätigt. Insgesamt wurden 41 Frauen in der Grazer Innenstadt befragt.
Auf die Frage „Sind Sie der Meinung, dass es mehr Frauenärztinnen mit Kassenvertrag geben sollte, antworteten 92, 7 der befragten Frauen mit „ja“ und 4, 9 Prozent mit „nein“. Lediglich 2,4 Prozent meinten, es sei ihnen egal, ob es mehr Männer oder mehr Frauen gibt.
Die Frage nach der persönlichen Präferenz zwischen einer Gynäkologin und einem Gynäkologen wurde wie folgt beantwortet:
65, 9 Prozent, also nahezu zwei Drittel, bevorzugen eine Ärztin.
19,5 Prozent bevorzugen einen Arzt.
14,6 Prozent zeigen keine eindeutige Präferenz für eine Ärztin oder einen
Arzt.
Von den Frauen, die eine Ärztin bevorzugen, wären bzw. sind 51,8 Prozent bereit, auch einen Selbstkostenbeitrag bei einer Wahlärztin in Kauf zu nehmen. Für 48,2 Prozent kommt dies nicht in Frage.
Das Frauengesundheitszentrum fordert die Ärztekammer auf, ihre Entscheidung gegen diese überwältigende Mehrheit noch einmal zu überdenken und ersucht sie dringlich, statt männlicher Standesinteressen Patientinneninteressen und die Interessen ihrer weiblichen Mitglieder wahrzunehmen!
Für allfällige Fragen steht Ihnen Katharina Ohner unter der Telefonnummer
0 31 6/ 83 79 98-30 zur Verfügung.
Wenn Sie unsere Forderung nach einer zusätzlichen Gynäkologin in Graz unterstützen möchten, schicken Sie bitte Protestmails an folgende E-Mail-Adressen!
GKK-Obmann Erwin Spindelberger: erwin.spindelberger@stgkk.sozvers.at|
Direktionsrat Siegfried Marchel: siegfried.marchel@stgkk.sozvers.at|
Ärztekammerpräsident Dr. Routil: aek@aekstmk.or.at|
Sie haben auch die Möglichkeit, diese Kampagne mit einem Leserbrief an die Kleine Zeitung oder die Kronen Zeitung zu unterstützen. Bitte geben Sie dabei Ihre vollständige Adresse an!
redaktion@kleinezeitung.at|
leser@kronenzeitung.at|