Pressemitteilung des Frauengesundheitszentrums Leibnitz vom 26.1.2000
Frauen pflegen ihre Angehörigen. Ob Mutter, Ehemann oder behindertes Kind, die Betreuung, Unterstützung oder Pflege von gebrechlichen oder behinderten Angehörigen ist in den allermeisten Fällen die Arbeit der Frauen.
Wie belastend die Pflege von Angehörigen für die Gesundheit sein kann, zeigt eine Untersuchung, die kürzlich in einer medizinischen Fachzeitschrift in den USA erschienen ist (Journal of the American Medical Association vom 15. Dezember 1999). Die Studie an 392 pflegenden Angehörigen und 427 Kontrollpersonen ergab, daß pflegende Angehörige eine signifikant höhere Sterblichkeit aufwiesen. In den Kontrollgruppen starben im 4 Jahreszeitraum 9%, während von der Gruppe, die Angehörige pflegte 17% starben. Pflegende Angehörige, die sich durch die Pflege belastet fühlten, hatten ein um 63% erhöhtes Sterblichkeitsrisiko.
Diese Studie beweist, daß Frauen durch die Pflege sowohl körperlich wie seelisch stark belastet werden.
Das Frauengesundheitszentrum Leibnitz "Die Spinne und das Netz", ein Projekt des Frauengesundheitszentrums Graz, weist systematisch auf diese hohen Anforderungen der pflegenden Angehörigen hin. Das Frauengesundheitszentrum Leibnitz, das es seit zwei Jahren gibt, hält es daher für besonders dringlich, diese Arbeit von Frauen anzuerkennen.
Eva Janes, die Projektleiterin, ist der Ansicht, daß es für diese stark beanspruchten Frauen wichtig ist, sich zu entlasten. Sie haben die Möglichkeit, soziale Dienste in Anspruch zu nehmen: "Es ist der Gesundheit von Frauen nicht förderlich, sich völlig zu überfordern. Es gibt Unterstützungsmöglichkeiten".
Das Frauengesundheitszentrum Leibnitz hat diese Aufgabe.