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Das Geschäft mit den Frauen

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Pressemitteilung, Graz, 20. Oktober 2005

Das Hormonpräparat Tibolon (Liviel) steigert die Gefahr an Brustkrebs zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden. Trotzdem wird es als Mittel gegen Wechselbeschwerden vermarktet und im Rahmen von Studien an Frauen mit Brustkrebs getestet. Das Grazer Frauengesundheitszentrum warnt vor gezielter Desinformation.

Hormonersatztherapien mit herkömmlichen Östrogen-Gestagen-Kombinationen können Herz-Kreislauferkrankungen, Brustkrebs, Thrombosen und Embolien hervorrufen. Dies ist unter Fachleuten wie Patientinnen mittlerweile bekannt. Die Anzahl der verschriebenen Hormonersatztherapien ist bereits um dreiviertel zurückgegangen. Nun reagiert die Pharmaindustrie darauf. Liviel mit dem synthetischen Steroidhormon Tibolon wird als neuartiges, risikoloses Mittel gegen Wechselbeschwerden angepriesen und verschrieben.

Im Rahmen der Studie Liberate wird außerdem an Frauen mit Brustkrebs die Auswirkung von Tibolon auf Wechselbeschwerden und die Gefahr eines Rückfalls untersucht. Die internationale, multizentrische Studie findet an 260 Zentren statt, sechs davon in Österreich.

Doch die kritischen Stimmen zu Tibolon mehren sich. So warnt etwa das Arzneitelegramm Frauen mit Brustkrebs in der Vorgeschichte vor einer auch nur kurzzeitigen Einnahme von Sexualhormonen - auch Liviel. Die One Million Women Study hatte schon im Jahr 2003 ergeben, dass auch der Wirkstoff Tibolon das Risiko für gesunde Frauen an Brustkrebs zu erkranken signifikant um 45 Prozent erhöht. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft berichtet außerdem aktuell von einer erhöhten Schlaganfallrate durch Tibolon. Dies ergab eine Zwischenauswertung der seit 2001 laufenden LIFT-Studie.

„Der Hersteller Organon will Frauen, die durch die Diskussion um Hormontherapie verunsichert sind, nun diese neue Hormonvariante nahe bringen“, lehnt die Expertin des Frauengesundheitszentrums den Versuch der Pharmaindustrie, Tibolon als Lifestyle-Mittel zu propagieren, ab und betont: „Wechseljahre sind eine Lebensphase – keine Krankheit. Ärztinnen und Ärzte haben die Verantwortung, Patientinnen umfassend über alle Risiken und Alternativen zu informieren.“

Information zu Hormonersatztherapien und Alternativen im Frauengesundheitszentrum am Joanneumring 3, Tel: 0316/83 79 98, frauen.gesundheit@fgz.co.at| , Website: http://www.fgz.co.at/ |

Medienkontakt:
Für weitere Information steht Ihnen Mag.a Felice Gallé unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mail: felice.galle@fgz.co.at |gerne zur Verfügung. Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter http://www.mediendienst.com/| heruntergeladen werden.

1www.organon.com/innovations/areas/hrt/LIBERATE.asp.
2Arzneitelegramm 35, 2004, 71 f.
3Million Women Study Collaborators 2003 Diese Studie untersuchte die Einflüsse unterschiedlicher Hormontherapien in und nach dem Wechsel auf Vorkommen und Ausmaß von Brustkrebs an 1.084.110 britischen Frauen in den Jahren 1996 bis 2001.
4AkdÄ Newsletter 2005-091, 14. Oktober 2005

 

 

 

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