Pressemitteilung, Graz, 25. Jänner 2006
Eine neue Broschüre des Grazer Frauengesundheitszentrums informiert über Vor- und Nachteile des Mammografie-Screenings. Damit erhalten Frauen die Grundlage für eine selbstbestimmte Entscheidung.
Diagnose Brustkrebs: Viele Frauen befürchten, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Vor diesem Hintergrund klingt es bestechend, die Sterberate durch Reihenuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs zu senken. Im Rahmen von „Vorsorgeuntersuchung Neu“ werden alle österreichischen Frauen ab 40 Jahren alle zwei Jahre zum „Mammografie-Screening" eingeladen.
Hoffnung und Realität
“Nötig ist eine unabhängige, evidenzbasierte Information als Entscheidungsgrundlage für Frauen“, sagt Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums, „Jede Frau sollte über die Möglichkeiten, Grenzen und möglichen Schaden durch das Mammografie Screening informiert sein.“
Hier setzt die Broschüre „Brustkrebs Früherkennung - Informationen zum Mammografie Screening - eine Entscheidungshilfe" an. Diese will einen Wandel im Umgang mit Patientinnen und Verbraucherinnen einleiten. Sie liefert erstmals in Österreich umfassende Informationen, damit Frauen besser entscheiden können, ob sie zum Mammografie-Screening gehen oder nicht.
Die deutsche Original-Broschüre wurde vom Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit herausgegeben.
Die wissenschaftliche Beratung bei der Erstellung des Textes übernahm die Hamburger Gesundheitswissenschaftlerin und Ärztin, Professorin Dr. Ingrid Mühlhauser, die in einem Interview ausführlich zu Wort kommt. Die Wissenschaftsjournalistin Dr. Eva Schindele übersetzte komplexe wissenschaftliche Fakten in knappe Informationen für Nicht-Medizinerinnen und ließ Frauen auch selbst über Ängste, Hoffnungen und Zweifel sprechen.
Die österreichische Bearbeitung durch das Grazer Frauengesundheitszentrum ist soeben in einer Auflage von 30.000 Exemplaren erschienen. Finanziert wurde die Broschüre durch die Steiermärkische Landesregierung, Fachabteilung Gesundheitswesen. Wissenschaftliche BeraterInnen waren: Mag. Sylvia Groth MAS, Frauengesundheitszentrum, Univ. Prof. Dr. Éva Rásky, Dr. Thomas Amegah, Fachabteilung 8b Gesundheitswesen (Sanitätsdirektion) des Landes Steiermark.
Sie können die Broschüre bestellen:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung,
Fachabteilung 8B Gesundheitswesen (Sanitätsdirektion)
Paulustorgasse 4, 8010 Graz
Tel.: +43 (0)316/877-3524,
E-Mail: fa8b@stmk.gv.at
Die Broschüre wurde allen ÄrztInnen in der Steiermark zugeschickt und ist auch bei ihnen erhältlich.
Sie erhalten diese Broschüre auch als Datei im Internet:
www.sanitaetsdirektion.steiermark.at |und www.fgz.co.at|
Zum Inhalt der Broschüre:
Ärzteschaft und Politik erhoffen sich durch das Mammografie-Screening einen Rückgang der Brustkrebssterbefälle um 25 Prozent. Jede Frau möchte von einem Mammografie Screening profitieren. Die 25 Prozent Senkung der Sterblichkeit bedeutet anders ausgedrückt, dass zwei von 1.000 Frauen diesen Gewinn haben, wenn sie vom 50. bis zum 69. Lebensjahr zweijährlich zur Mammografie gehen. Wer diese Frau ist, kann nicht vorher bestimmt werden. 998 von 1000 Frauen, die alle zwei Jahre zur Mammografie gehen, haben keinen Gewinn oder sogar einen Schaden, weil sie sich zusätzlichen Untersuchungen unterziehen müssen. Diese müssen durchgeführt werden, um sicher zu stellen, dass tatsächlich kein Brustkrebs vorliegt. Denn bei ihnen wurde fälschlicherweise durch die Mammografie eine Verdachtsdiagnose gestellt. So führt das Mammografie-Screening auch zu Unter-, Fehl- und Überversorgung.
Die Broschüre beschreibt, was die Mammografie leisten kann und was nicht. Beispielsweise wird das Mammografie-Screening vielfach mit „Vorsorge" gleichgesetzt. Doch es kann einen Brustkrebs nicht verhindern (Vorsorge), sondern es entdeckt ihn früher (Früherkennung). Die Broschüre benennt die unterschiedlichen Formen von Brustkrebs und erklärt das Phänomen, dass die Mammografie die Tendenz hat eher gutartige Krebsarten zu entdecken. Die Broschüre führt auch Kontaktstellen und Selbsthilfegruppen auf.
Für weitere Information wenden Sie sich bitte an Mag.a Sylvia Groth MAS unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mai: frauen.gesundheit@fgz.co.at|. Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter www.mediendienst.com |heruntergeladen werden.
Liebe Redakteure:
Für Nachfragen stehen Ihnen folgende ExpertInnen zur Verfügung:
Univ.-Prof. Dr. med. Ingrid Mühlhauser
Universität Hamburg
FB 13, IGTW-Gesundheit
Martin-Luther-King Platz 6
D-20146 Hamburg
Tel.Nr. 0049 40 42838 3988
Fax 0049 40 42838 3732
http://www.chemie.uni-hamburg.de/igtw/Gesundheit/gesundheit.htm|
http://www.gesundheit.uni-hamburg.de/|
Dr. med. Thomas K. Amegah
Amt der Steiermärkischen Landesregierung,
Fachabteilung 8B Gesundheitswesen - Sanitätsdirektion
Paulustorgasse 4, A - 8010 Graz
Tel.: 0316 / 877 - 3521
Mobil.: 0676/ 8666 - 3521
Fax: 0316 / 877 - 4835
thomas.amegah@stmk.gv.at|
homepage: www.sanitaetsdirektion.steiermark.at|
a.o.Univ.Prof. Dr.med. Éva Rásky, MME
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Medizinische Universität Graz
Universitätsstraße 6/I
A-8010 Graz
Homepage: http://www.uni-graz.at/ismwww/|
eva.rasky@meduni-graz.at|
Fax: 0316/380/9665
Tel.: 0316/380/4396
Univ.Doz. Dr. med. Andrea Siebenhofer-Kroitzsch
Medizinische Universitätsklinik Graz; Facharztin für Innere Medizin, seit März 2005 Aufbau eines EBM-Reviewcenters an der Medizinischen Universität Graz, ebendort Lektorin für EBM, Mitglied der Cochrane Initiative und Autorin eines Cochrane Reviews.
Tel. 0316/380 2903
andrea.siebenhofer@meduni-graz.at|
Dr. Claudia Wild
Institut für Technikfolgen-Abschätzung der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Strohgasse 45/5, 1030 Wien
Tel.: 01/51581-6589
cwild@oeaw.ac.at|
Impressum der Broschüre: Brustkrebsfrüherkennung. Informationen zum Mammografie-Screening. Eine Entscheidungshilfe.
Herausgeberin:
Frauengesundheitszentrum, Joanneumring 3, 8010 Graz
1. Österreichische Auflage 30.000 Stück, Jänner 2006
ISBN 3-9501442-2-6
Alle Rechte vorbehalten
Konzept + Text: Dr. Eva Schindele, Bremer Medienbüro
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. med. Ingrid Mühlhauser, Universität Hamburg
Österreichische Bearbeitung: Mag. Sylvia Groth MAS, Frauengesundheitszentrum;
Univ. Prof. Dr. Éva Rásky; Dr. Thomas Amegah, Fachabteilung 8b
Gesundheitswesen (Sanitätsdirektion)
Gestaltung: Traute Melle, Bremen; Druck: Druckerei Bachernegg, Kapfenberg
Liebe Redakteurin, lieber Redakteur, Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Mag.a Sylvia Groth MAS unter Tel.: 0316/83 79 98 oder E-Mai: frauen.gesundheit@fgz.co.at|. Ein Foto von Mag.a Groth kann kostenlos unter www.mediendienst.com| heruntergeladen werden.
Das Titelbild der Broschüre können Sie unter www.fgz.co.at| für den redaktionellen Gebrauch kostenlos herunterladen.