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Atomkraft ist keine Option - diese Energieform bietet keinen ausreichenden Schutz vor Naturkatastrophen und Klimawandel

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Graz, 12. April 2011

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Die Reaktorkatastrophe von Fukushima wurde heute, Dienstag, Früh von der japanischen Atomaufsicht auf Stufe 7 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (Ines) eingeordnet statt wie bisher auf Stufe 5. Damit gilt sie wie der Unfall in Tschernobyl als „katastrophaler Unfall mit schwersten Auswirkungen auf Menschen und Umwelt“. In Solidarität mit den Frauen, Männern und Kindern in Japan fordert das Grazer Frauengesundheitszentrum die Bundesregierung und alle Parlamentsparteien auf, sich gemeinsam für einen Ausstieg Europas aus der Atomkraft und für erneuerbare Energie einzusetzen, und unterstützt die Erklärung von Women in Europe for a Common Future (WECF):

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Atomkraft ist keine Option – diese Energieform bietet keinen ausreichenden Schutz vor Naturkatastrophen und Klimawandel

Japan hat das größte Erdbeben in seiner Geschichte erlebt. Viele Leben wurden zerstört und das Land zutiefst in Mitleidenschaft gezogen. Auch Kernkraftwerke sind betroffen: Die Strahlenbelastung hat die zulässigen Höchstwerte überschritten, die Bevölkerung wird evakuiert. Dies zeigt einmal mehr, dass Kernkraft nicht sicher ist.

Derzeit sind weltweit 60 neue Atomkraftwerke geplant. Sehr oft wird dabei argumentiert, Atomkraft werde im Kampf gegen den Klimawandel gebraucht, da es weniger Treibhausgase in die Atmosphäre ausstößt. Was jedoch oft übersehen wird, ist, dass Atomkraftwerke sehr anfällig sind gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels: So benötigen sie etwa riesige Mengen an Kühlwasser, in Dürrezeiten müssen sie abgeschaltet werden. Immer mehr Länder werden durch die zunehmende Erderwärmung davon betroffen sein. Kernkraftwerke bleiben eine radioaktive Bedrohung, auch wenn der Betrieb schon lange eingestellt ist. Was passiert, wenn die gesamte Anlage wegen des steigenden Meeresspiegels unter Wasser steht? Dies könnte etwa mit iner geplanten Anlage in Holland passieren.

Zukünftige Generationen tragen die Folgen

Lange Zeit argumentierte die Atomindustrie, dass bisherige Störfälle lediglich aufgrund veralteter Reaktortechnik, wie sie in Tschernobyl verwendet wurde, aufgetreten sind. Es wurde allenthalben davon ausgegangen, dass Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, die sichersten Kernkraftanlagen der Welt besitzt. Wenn Japan eine Katastrophe wie die jetzige erlebt, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass irgendein anderes Land dauerhaft Sicherheit garantieren kann.
Die Folgen tragen auch die kommenden Generationen.

Natalia Manzurova
WECF-Partnerin Natalia Manzurova, Atomwissenschafterin und eine der wenigen verbliebenen Aufräumarbeiterinnen nach dem Super-GAU in Tschernobyl, skizziert die Bedrohung: “Stellen Sie sich eine Atomkatastrophe hier in dieser Stadt vor: Wir wären gezwungen, unseren Arbeitsplatz schnellstmöglich zu verlassen und würden in Bussen wegtransportiert. Wir wüssten nicht, was mit unseren Familien, mit unseren Kindern passiert wäre. Wir würden aufgefordert, uns auszuziehen und neue, fremdartige Kleidung anzulegen. Uns würde schmerzlich bewusst werden, dass wir nie mehr nach Hause zurückkehren und in unseren alten Wohnorten leben könnten – wir hätten unsere Vergangenheit und unsere Zukunft verloren.“

(Vollständiges Interview von Johanna Hausmann (WECF) mit Natalia Manzurova: http://wecf.eu/english/articles/2006/04/einewelthaus.php|)

WECF hält Kernenergie für inakzeptabel.

WECF fordert deshalb einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraft und ein Ende der Subventionen in die Kernforschung. Wir akzeptieren nicht, dass die Europäische Kommission das Budget, welches bereits mehr als 50 Prozent des gesamten Forschungsbudgets ausmacht, für weitere Forschung der Atomindustrie erneut erhöht. Sabine Bock (WECF): "Exportgarantien für die Atomindustrie, die es beispielsweise in Frankreich gibt, sollten ebenfalls eingestellt werden. Wir sind auch gegen die Vorschläge Japans und anderer Ländern der letzten Jahre, im Rahmen der UN-Klimakonvention (UNFCCC), die Kernenergie für die Klimafinanzierung förderfähig zu machen".

Links

Women in Europe for a Common Future  www.wecf.eu|

Bundesministerium für Gesundheit: Überwachung von Lebensmittelimporten aus Japan
www.bmg.gv.at/home/Startseite/aktuelle_Meldungen/Ueberwachung_von_Lebensmittelimporten_aus_Japan|

AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
Schwerpunkt Japan: 24-Stunden Informations-Hotline unter 059 133 9500
www.ages.at/ages/topthemen/allgemein/schwerpunkt-japan/|

Frauengesundheitszentrum www.fgz.co.at|

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