Die Lebenserwartung von Frauen und Männern steigt - das Thema Alter gewinnt damit im Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung. Die Welt der Hochbetagten ist hauptsächlich eine Welt der alten Frauen. Noch häufiger eine Welt der allein lebenden alten Frauen.
|Ob Frauen gesund älter werden können, hängt von persönlichen, aber auch von sozialen Umständen ab. Die gesundheitliche Lage älterer und alter Frauen bestimmen Faktoren wie: finanzielle Sicherheit, Wohnungssituation, Wertvorstellungen, der Bezug zum eigenen Körper, Freundschaften und das Eingebundensein in eine Familie, einen Freundeskreis.
Ältere Frauen sind stärker als Männer in derselben Lebensphase von Armut und Isolation bedroht. Ihre Interessen finden sie kaum vertreten: Frauengruppen sind meist von den Wünschen und Sichtweisen jüngerer Frauen bestimmt, SeniorInnengruppen stellen sich als Seniorengruppen mit weiblichen Mitgliedern heraus.
Diese Ungleichheit muss die Politik in allen Zielen und Maßnahmen beachten, geht es etwa darum, das Pensionensystem zu sichern, das Gesundheitssystem patientInnenorienterter zu gestalten, die Solidarität zwischen den Generationen zu stärken, die Mitbestimmung für Ältere und Hochbetagte zu verbessern oder auch pflegende Angehörige zu unterstützen.
|Lebensqualität
In jeder Lebensphase bedeutet Lebensqualität etwas anderes. Auch für jede einzelne Frau bedeutet Lebensqualität etwas anderes. Fast allen ist wichtig, auch im Alter Selbständigkeit zu bewahren. Mit zunehmendem Alter wird der Wunsch nach Lebensbedingungen, die innere und äußere Sicherheit geben, immer wichtiger. Wirkungsvolle Gesundheitsförderung im Alter muss die besonderen Bedürfnisse und Möglichkeiten von Frauen im Blick haben.
Lebenserwartung
Derzeit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für einen heute geborenen Buben bei 76 Jahren und für ein Mädchen bei 82 Jahren. Ein heute 60-jähriger Mann kann durchschnittlich mit weiteren 21 Jahren und eine Frau mit weiteren 25 Lebensjahren rechnen. Wie andere westeuropäische Industrieländer befindet sich auch Österreich in einer Phase des Wandels zu einer demographisch alten Gesellschaft. Der Anteil der über 60-jährigen Personen wird von derzeit rund 20 Prozent auf bis zu 38 Prozent ansteigen. Nach Prognosen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes werden bis zum Jahr 2035 je nach Entwicklung der Lebenserwartung zwischen 2,7 und 3 Millionen Personen im Alter von über 60 Jahren in Österreich leben. (Quelle BMSG)